Zimmerpflanzen auf Hydrokultur umstellen.

Seltene Zimmerpflanzen wie die Monstera Thai constellation oder verschiedene Variationen sind momentan voll im Trend und finden in immer mehr Wohnzimmern Einzug.
Oft werde ich gefragt, wie man die Neuankömmlinge sicher und schonend auf Hydrokultur umstellen kann.
Ich habe euch dafür ein Beispiel aus meinem eigenen Wohnzimmer mitgebracht. Es handelt sich hierbei um eine klassische Monstera deliciosa welche aktuell von mir, meistgehassten Pflanzenschädlingen derartig durch den Pflanzenwolf gedreht wurde.
Alle Blätter waren am Ende so beschädigt, dass mir nichts anderes übrig blieb, als diese komplett zu entfernen, aber das ist ein anderes Thema.
Einen entsprechenden Beitrag dazu findet ihr auf meinem Blog.
Vorbereitung der Monstera.
Als Erstes nehme ich die Monstera aus ihrem alten Topf und klopfe vorsichtig so viel Erde wie möglich ab. Danach fülle ich mir ein passendes Gefäß, wahlweise einen Eimer, mit Leitungswasser und lasse die Pflanze dort gut eine Stunde stehen.
Bei kleineren Pflanzen kann man natürlich auch direkt das Spülbecken benutzen.
Achtet bitte unbedingt darauf, dass ihr vorab ein Abflusssieb einsetzt, damit euer Abfluss nicht verstopft.
Am besten nutzt ihr für diesen Vorgang lauwarmen Wasser, um eure Pflanze nicht unnötig zu stressen.
Zurück zur Monstera!
Nachdem sie nun für eine gute Stunde in dem Eimer verharrt hatte, hole ich sie vorsichtig heraus. Der Großteil der Erde hat sich indessen gelöst und ich erneuere das Wasser, um sie für weitere 24 Stunden dort einzustellen.
Das Ganze hat zwei wichtige Hintergründe. Erstens ist es sehr wichtig, dass möglichst alles an organischen Substrat vom Wurzelballen gelöst wird, damit am Ende die Wahrscheinlichkeit einer Wurzelfäule minimiert wird.

Zum zweiten gewöhnt sich die Pflanze so schon einmal langsam um an das ständige umspült sein.
Wenn dieser Schritt geschafft ist, können wir das Fensterblatt umtopfen.
Dazu brauchen wir in unserem Fall Blähton, dieser muss einmal gründlich gespült werden. Am besten füllt ihr den Blähton in ein Sieb und wässert ihn, bis nur noch klares Wasser herauskommt. Ein super Nebeneffekt der ganzen Sache ist, dass der Blähton inzwischen auch bereits gut mit Wasser getränkt ist.
Jetzt kann die Monstera ihren neuen Topf beziehen.
Der Topf sollte für die Hydrokultur geeignet sein. Füllt den Blähton ein und überprüft immer mal wieder, ob die Pflanze schon gut aufsitzt. Klopft ab und an gegen den Topf. Um den Blähton gut zu verteilen, sitz die Pflanze gut mit dem Wurzelballen auf, könnt ihr das Substrat um die Pflanze herum verteilen, auch hier immer mal vorsichtig klopfen, damit der Wurzelballen und damit die Pflanze eine gute Stabilität erhält. Fertig ist die Pflanzung in Hydrokultur. Doch wie geht es nun weiter?
Achtung beim Düngen, die Pflanze muss sich nun erstmal an ihre neuen Lebensbedingungen gewöhnen, die Wurzeln werden sich langsam aber sicher durch den Blähton drücken bzw. um ihn herum.
Irgendwann durstetet es die Monstera nach Nährstoffen, die sie für ihr Wachstum benötigen. Ich fange erst mit der Düngung an, wenn die Pflanze beginnt, neues Wachstum zu zeigen. Zum Beispiel bringt sie neue, noch unentwickelte Blätter hervor.
Das wird ca. 2 bis 4 Wochen dauern.
Jetzt sind die Wurzeln bereit.
Zum Dünger. Es gibt speziellen Dünger, welcher direkt für Zimmerpflanzen in Hydrokultur geeignet ist, aber auch Dünge-möglichkeiten welche durch ein richtiges Verhältnis zwischen Wasser und Dünger für sämtliche Kultivierungen geeignet ist. Achtet bitte unbedingt auf die Anleitung und das Mischverhältnis. Nutzt ihr zu viel Dünger, kann es passieren, dass die Wurzeln verbrennen und dadurch weder Wasser noch Nährstoffe aufgenommen werden kann. Infolgedessen wird die Pflanze vertrocknen und das ganze mitten im Wasser.
Nun seid ihr gut gerüstet für das erfolgreiche umtopfen von organischem Substrat (Erde) auf Hydrokultur, in diesem Fall in Blähton.
Habt ihr schon Erfahrungen zur Umstellung auf Hydrokultur gemacht? Wie ist es bei euch gelaufen und welche Fehler lassen sich aus eurer Sicht vermeiden?